Besuch von dänischen Wissenschaftler*innen
Am 21.04.2026 durften wir eine Gruppe aus Dänemark im Institut für den Situationsansatz begrüßen. Wissenschaftler*innen von UC Absalon und Lif kamen für einen fachlichen Austausch zu uns. Und es wurden zwei intensive und inspirierende Stunden.
Im gemeinsamen Dialog ging es um den Situationsansatz und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Bildungssystemen in Deutschland und Dänemark. Besonders spannend für uns war dabei der Blick auf das dänische nationale Curriculum, in dem Bildung eng mit Fragen des Wohlbefindens verknüpft wird. Im Gespräch wurde hierfür der Begriff „thriving“ hervorgehoben - als ein Konzept, das über individuelles Wohlbefinden hinausgeht und die Frage aufwirft, wie Kinder sich entfalten, entwickeln und in ihrem Aufwachsen wirklich gut begleitet werden können.
Gleichzeitig wurde im Austausch deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt: etwa die Bedeutung von spielbasiertem Lernen und die Vorstellung von Kindern als aktive Gestalter*innen ihrer Lebenswelt. Umso interessanter war es zu hören, dass auch in Dänemark Tendenzen einer zunehmenden „Verschulung“ wahrgenommen werden und damit ähnliche Spannungsfelder bestehen wie in Deutschland.
Auch strukturelle Herausforderungen verbinden uns: Fragen des Fachkräftemangels, der gesellschaftlichen Wertschätzung frühkindlicher Bildung sowie das Verhältnis zwischen frühkindlicher Bildung und formalen schulischen Lernformen wurden intensiv diskutiert. Dabei wurde mehrfach deutlich, dass gerade die frühkindliche Bildung wichtige Impulse für andere Bildungsbereiche geben kann.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Lernwerkstattarbeit sowie auf Bildungsplänen in Deutschland. Im Gespräch über den Brandenburger Bildungsplan wurde insbesondere hervorgehoben, dass Bildung hier als etwas verstanden wird, das im Alltag von Kindern stattfindet. Gleichzeitig bietet der Bildungsplan eine praxisnahe und gut zugängliche Orientierung für Fachkräfte.
Darüber hinaus sprachen wir über MINT-Bildung und ihre Verbindung zu Themen wie Nachhaltigkeit. Unsere Gäst*innen berichteten von einem geplanten Projekt, das darauf abzielt, Naturwissenschaften, Technik und Mathematik in Dänemark in der frühen Bildung weiterzuentwickeln und neu zu verankern - auch inspiriert durch internationale Perspektiven und Austauschformate wie diesen.
Besonders bereichernd war die Erfahrung, wie viele Gemeinsamkeiten es im Denken über Kinder, ihre Rechte und ihre Agency gibt und gleichzeitig, wie ähnlich die Herausforderungen sind, denen pädagogische Fachkräfte in beiden Ländern begegnen.
Ein Moment, der uns besonders in Erinnerung bleibt: Unsere Gäst*innen spiegelten uns zurück, wie sehr wir für den Situationsansatz „brennen“ und dass dies in der Art, wie wir darüber sprechen, deutlich spürbar wird.
Außerdem wurde deutlich: Es gibt den Wunsch, den gemeinsamen Austausch zu vertiefen, insbesondere im Hinblick auf die Lernwerkstattarbeit.
Daran anknüpfend planen wir, das Thema m Laufe des Jahres im Rahmen unseres Formats ISTA im Dialog weiterzuführen. Unser ISTA im Dialog ist ein digitales Austauschformat, in dem wir Interessierte in unseren Dialog einladen, um über zentrale Fragen und aktuelle Themen der frühkindlichen Bildung ins nach- und weiterdenken zu kommen.
Wir nehmen viele neue Impulse aus diesem Austausch mit und freuen uns darauf, die Gespräche fortzusetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, den Situationsansatz auch international weiter zugänglich zu machen, etwa durch englischsprachige Materialien.
Vielen Dank für den Besuch und den spannenden Dialog!