Über den Situationsansatz

Das pädagogische Konzept Situationsansatz​

Der Situationsansatz ist ein anspruchsvolles und zugleich praxisnahes pädagogisches Konzept. Er wurde in der Elementarpädagogik entwickelt und in den vergangenen Jahren auch für weitere Bildungs- und Erziehungsbereiche aufgegriffen. Der Situationsansatz versteht sich als Antwort auf die Anforderungen einer von Wandel, Vielfalt, Widersprüchen und Unsicherheit geprägten Lebenswelt.

Ziel des Situationsansatzes ist es, Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft dabei zu unterstützen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten. Ausgangspunkt von Lernen und Bildung sind die Erfahrungen, Fragen und Erlebnisse der Kinder selbst sowie die Herausforderungen, denen sie in ihrem Alltag begegnen.

Wissen und Können eignen sich Kinder im Situationsansatz nicht losgelöst von ihrem Leben an, sondern durch Teilhabe an realen Situationen. Kinder werden dabei als handelnde Subjekte ernst genommen. Lernen erhält für sie Sinn und Bedeutung, weil es an ihre Lebenswelt anknüpft.

Die Anforderungen an pädagogisches Handeln im Situationsansatz sind in 16 konzeptionellen Grundsätzen des Situationsansatzes formuliert. Sie geben Orientierung dafür, wie pädagogische Arbeit geplant und gestaltet werden kann, damit Kinder sich in einem anregenden Umfeld Wissen, Können und Handlungsmöglichkeiten aneignen können.

Leitbild, konzeptionelle Grundsätze und theoretische Dimensionen des Situationsansatzes sind veröffentlicht in:

Preissing, Christa / Heller, Elke (Hrsg.) (2009):Qualität im Situationsansatz. Qualitätskriterien und Materialien für die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. 2. Auflage. Cornelsen Scriptor.

Kernessenzen des Situationsansatzes

Was macht den Situationsansatz besonders? Was sind zentrale Merkmale?

Mit diesen Fragen haben sich Katrin Macha, Elvira Burmeister, Alexandra Ulrich-Uebel und Gerlinde Ries-Schemainda in einer Arbeitsgruppe beschäftigt. Entstanden sind vier kurze Arbeitspapiere, die nach 50 Jahren institutionenkritischer und komplexer Theorie- und Praxisentwicklung jeweils eine Kernessenz des Situationsansatzes verdichten.

Die Texte laden dazu ein, zentrale Gedanken des Situationsansatzes neu zu lesen und für heutige Praxiszusammenhänge fruchtbar zu machen. Rückmeldungen, Impulse und Anregungen sind willkommen: macha@situationsansatz.de.

Hinweis: Die PDFs finden Sie zusätzlich in der Mediathek.

Geschichte und Entwicklung

Der Situationsansatz entstand vor rund 50 Jahren im Kontext der Bildungsreform als innovatives Konzept in Abgrenzung zu einer traditionellen Belehrungspädagogik. Jürgen Zimmer leitete damals die „Arbeitsgruppe Vorschulerziehung“ des Deutschen Jugendinstituts, die mit Modellkindergärten in Rheinland-Pfalz und Hessen eine praxisnahe Curriculumentwicklung durchführte. Ergebnis dieser Arbeit waren „Didaktische Einheiten“ zu relevanten Lebenssituationen von Kindern.

Leitbild

Qualitätsentwicklung und Evaluation

Im Situationsansatz haben Qualitätsentwicklung und Evaluation spätestens seit der „Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder“ (1999–2006) einen festen Platz.

Auf Grundlage fachlich begründeter Qualitätsansprüche und Kriterien können Kitas ihre pädagogische Arbeit mit unterschiedlichen Verfahren einschätzen, reflektieren und kontinuierlich weiterentwickeln.

In verschiedenen Projekten haben wir unseren Ansatz der Qualitätsentwicklung und Evaluation weiterentwickelt, erprobt und an unterschiedliche Rahmenbedingungen angepasst.